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Ratgeber8 Min. Lesezeit

Digitale Patientenkommunikation: mehr Wege, nicht weniger Kontakt

Wollen Patient:innen digital mit der Praxis sprechen? Was Umfragen nach Alter zeigen, wer weiter anruft und wie Sie Ihre Praxis digitalisieren, ohne das Telefon abzuschaffen.

Von Philipp von Bachmann

Titelgrafik mit dem Titel „Digitale Patientenkommunikation“ und der Unterzeile „Mehr Wege in die Praxis, nicht weniger Kontakt“. Darunter drei Karten: Telefon: Für alle, die anrufen, möchten; Online: Formular, Chat, E-Mail, zu jeder Zeit; Ein Posteingang: Alle Wege an einem Ort, für das Praxisteam.

Viele Patient:innen erreichen ihre Praxis gern ohne Anruf: 64 Prozent haben laut Bitkom schon einmal einen Arzttermin online vereinbart, bei den Menschen ab 65 ist es die Hälfte. Andere rufen lieber an oder kommen vorbei. Digitale Patientenkommunikation heißt deshalb, Wege dazuzunehmen, nicht das Telefon abzuschaffen. Wer online schreibt, macht die Leitung frei für alle, die sprechen wollen oder müssen.

Wollen Patient:innen überhaupt digital mit der Praxis sprechen?

„Unsere Patient:innen wollen das nicht“ ist ein häufiger Einwand, wenn es um Online-Formulare oder andere digitale Wege geht. Für einen Teil der Patient:innen stimmt er. Für die Mehrheit zeigen aktuelle Umfragen etwas anderes:

Was Umfragen zeigenWertQuelle
haben schon einmal einen Arzttermin online vereinbart64 % (2023: 36 %)Bitkom, Dezember 2025
lehnen die digitale Terminvergabe grundsätzlich ab18 %Bitkom, Dezember 2025
finden Terminvergabe online oder per App wichtig oder sehr wichtig50 % (2022: 31 %)GKV-Spitzenverband, Januar 2026
vereinbaren Termine bei Dienstleistern wie Arztpraxen lieber per Mail oder Buchungsplattform, statt anzurufen32 %Bitkom, April 2025
sind mit der telefonischen Erreichbarkeit der Arztpraxen unzufrieden44 %GKV-Spitzenverband, Februar 2025

Wer online bucht oder es sich vorstellen kann, nennt als größten Vorteil, nicht von der telefonischen Erreichbarkeit der Praxis abhängig zu sein: 84 Prozent dieser Gruppe sagen das (Bitkom). Es geht also weniger um Technik als um Zeit. Patient:innen wollen ihr Anliegen loswerden, wenn es in ihren Tag passt.

Was jüngere Patient:innen anders machen

Telefonieren ist für viele Jüngere nicht der selbstverständliche erste Weg. Laut Bitkom hat gut ein Drittel der Deutschen (36 Prozent) schon einmal aus Angst vor dem Telefonieren notwendige Anrufe aufgeschoben, unter den 16- bis 29-Jährigen 44 Prozent. Selbst mit Freunden und Familie schreiben 40 Prozent lieber eine Nachricht, als anzurufen, in der jüngsten Gruppe 52 Prozent.

Das ist eine Vorliebe, kein Mangel. Für die Praxis heißt es: Wer nur das Telefon anbietet, macht es dieser Gruppe schwerer, ein Rezept zu bestellen oder eine Frage zu stellen. Ein Online-Weg holt sie dort ab, wo sie ohnehin kommunizieren.

Und die Älteren? Wer weiter anrufen will

„Ältere“ sind keine einheitliche Gruppe. Laut Bitkom vereinbart die Hälfte der Menschen ab 65 Arzttermine inzwischen online, vor fünf Jahren waren es 18 Prozent. Weitere 23 Prozent können es sich vorstellen.

Gleichzeitig gibt es Menschen, die das Telefon brauchen:

  • Wer noch nie online war: 2025 hatten 10 Prozent der 65- bis 74-Jährigen das Internet noch nie genutzt (Statistisches Bundesamt). Menschen über 74 erfasst diese Zahl nicht.
  • Wer Digitales anderen überlässt: Der D21-Digital-Index zählt 4,2 Millionen Offliner:innen. 36 Prozent von ihnen sagen, Kinder, Freunde oder Bekannte erledigen im Internet für sie, was sie brauchen.
  • Wer es gewohnt ist: Die meisten Patient:innen vereinbaren ihre Termine noch persönlich oder telefonisch, beim Hausarzt 59 Prozent, beim Facharzt 65 Prozent (GKV-Spitzenverband).

Das Telefon bleibt also nötig. Die Frage ist nicht, ob die Praxis telefonisch erreichbar ist, sondern ob die Leitung frei ist, wenn diese Menschen anrufen.

Warum geht in Arztpraxen keiner mehr ans Telefon?

Meist, weil die Leitung belegt ist. 44 Prozent der Versicherten sind mit der telefonischen Erreichbarkeit der Arztpraxen unzufrieden, 42 Prozent finden, dass sie sich in den letzten fünf Jahren verschlechtert hat (GKV-Spitzenverband). Das ist kein Vorwurf an das Team: Eine Praxis hat wenige Leitungen und viele Anliegen.

Viele dieser Anliegen sind Routine: ein Folgerezept, eine Überweisung, ein Termin. Jedes ist schnell erledigt und belegt doch die Leitung. Jede Routineanfrage, die online hereinkommt, ist ein Anruf weniger. Die Zeit am Telefon und am Empfang bleibt für die, die sprechen wollen: Ältere, Menschen mit schwierigen Fragen, akute Fälle. Was Praxen sonst für die Erreichbarkeit tun können, steht im Ratgeber Arztpraxis telefonisch erreichbar.

Online-Termine gibt es schon: was Patient:innen außerdem erwarten

31 Prozent der Praxen, die beim PraxisBarometer Digitalisierung 2025 der KBV mitgemacht haben, bieten Termine online an. Wer das als Patient:in kennt, möchte auch die anderen Routineanliegen ohne Anruf erledigen. Wer den Termin online bucht, versteht nicht, warum das Folgerezept nur telefonisch geht.

Auch bei Älteren ist der Wunsch da: 19 Prozent der Menschen ab 65 schreiben ihrer Ärztin oder ihrem Arzt schon per E-Mail, Chat oder Messenger, weitere 51 Prozent können es sich vorstellen (Bitkom). Naheliegende nächste Schritte nach dem Online-Termin sind deshalb:

  • Folgerezepte online bestellen (wie das sicher abläuft, steht im Ratgeber Rezeptbestellung in der Arztpraxis)
  • Überweisungen anfragen
  • eine kurze Frage an die Praxis schreiben, mit Antwort auf demselben Weg

Wer Termine per SMS oder E-Mail erinnern will, braucht dafür die Einwilligung der Patient:innen. Was dabei gilt, steht im Ratgeber Nicht eingehaltene Termine in der Arztpraxis.

Mehr Wege statt „digital statt persönlich“

Digitale Patientenkommunikation ersetzt den persönlichen Kontakt nicht. Sie gibt jedem Anliegen den Weg, der dafür passt. Ein Weg ist dabei alles, worüber eine Anfrage in die Praxis kommt. „Telefonmenü“ schließt einen KI-Telefonassistenten ein, „Formular“ meint ein Online-Formular auf der Website der Praxis.

WegPasst fürGrenze
Telefonalle, besonders bei Unklarem und Dringendemwenige Leitungen, nur zu den Telefonzeiten
TelefonmenüRezept und Termin am Telefon, auch außerhalb der Telefonzeitennicht alle mögen eine Ansage; ein Weg zum Team muss bleiben
FormularRoutine, jederzeit, ohne Apperreicht Menschen ohne Internet nicht
Online-TerminTermine ohne Anrufnur für Termine
E-Mailwer lieber schreibtAngaben fehlen oft, Gesundheitsdaten schlecht geschützt
EmpfangPersönliches und Schwierigesnur zu den Öffnungszeiten

Am meisten bringt das, wenn alle Wege an einem Ort ankommen. Sonst sitzt das Team vor einem weiteren Postfach. Wie das aussehen kann, beschreibt der Ratgeber Online-Rezeption für die Arztpraxis.

Wann es wenig bringt: in einer kleinen Praxis mit wenigen Anrufen am Tag, oder wenn fast alle Patient:innen offline sind. Dann reicht oft eine gute Ansage mit klaren Telefonzeiten. Vorlagen dafür stehen im Ratgeber Ansagetext für die Arztpraxis.

Praxis digitalisieren, ohne Patient:innen zu überfordern: so gehen Sie vor

Diese Punkte gelten mit jedem Anbieter:

  1. Telefonnummer und Sprechzeiten bleiben. Online kommt dazu, es ersetzt nichts.
  2. Neue Wege bekannt machen: auf der Website, in der Telefonansage und mit einem Aushang im Wartezimmer.
  3. Mit Routineanliegen anfangen: Folgerezept, Überweisung, Termin. Hier entlastet jeder Online-Weg zuerst.
  4. Alle Wege an einem Ort bearbeiten, nicht in einem zusätzlichen Postfach.
  5. Am Telefon einen Weg zum Menschen lassen. Wer nicht mit einem Menü sprechen will, muss das Team erreichen. Tipps dazu im Abschnitt „Akzeptanz bei älteren Patient:innen“ des Ratgebers KI-Telefonassistent in der Arztpraxis.
  6. Nach einigen Wochen zählen: Welche Anliegen kommen online, welche weiter per Telefon?
  7. Datenschutz klären: Wo werden die Daten gespeichert, wie sind Formulare geschützt, und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?

Wo atmOS Health hilft

Mehr Wege zur Praxis machen am Empfang nur dann nicht mehr Arbeit, wenn sie an einer Stelle zusammenlaufen. atmOS Health ist ein Posteingang für die ganze Praxis. Anrufe, E-Mails, Faxe, Scans, Chat und Formulare landen als Vorgänge an einem Ort. Das Team sieht, was wartet und wer sich kümmert.

Wer lieber anruft, ruft weiter an. Ihre Telefonanlage bleibt (mehr zur Telefonanlage). Ilka nimmt Anrufe parallel an, auch mehrere gleichzeitig. Mit der Telefonanbindung ist sie rund um die Uhr erreichbar, und jeder Anruf landet als Vorgang im Posteingang. atmOS Health bringt eine Ansage mit, die zu Beginn des Anrufs auf die KI-Assistentin und auf den Notruf 112 und den Bereitschaftsdienst 116117 hinweist.

Ilka bereitet vor, Ihr Team entscheidet. Automatisch nur, wo Sie es festlegen.

Zu den Datenschutzfragen aus Schritt 7: Hosting in Deutschland. Die KI läuft in Deutschland. Die AVV schicken wir Ihnen auf Anfrage.

atmOS Health kostet ab 199 € im Monat je Arzt-Vollzeitstelle, zzgl. USt. (Preise). Wie das in Ihrer Praxis aussehen kann, besprechen wir gern in einer kostenlosen Beratung.

Häufige Fragen

Verlieren wir ältere Patient:innen, wenn wir digitale Wege anbieten?

Nicht, wenn das Telefon bleibt. Online-Wege kommen dazu und nehmen Routineanfragen vom Telefon. Damit ist die Leitung öfter frei für alle, die lieber anrufen. Die Hälfte der Menschen ab 65 vereinbart Arzttermine laut Bitkom bereits online.

Müssen Patient:innen dafür eine App installieren?

Nein, nicht für jeden Weg. Ein Online-Formular auf der Website der Praxis funktioniert im Browser, auf dem Handy wie am Computer.

Was kostet atmOS Health?

Ab 199 € im Monat je Arzt-Vollzeitstelle, zzgl. USt. Mehr auf der Seite Preise.

Quellen

Gelesen am 3. November 2026.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung; er gibt den Stand vom 3. November 2026 wieder. Für Ihre Praxis verbindlich sind die Vorgaben Ihrer KV und Ihrer Ärztekammer; im Einzelfall hilft eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns an support@atmos.build.

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